Begleitmaterial zum Buch
Der Werkzeugkasten
Ein Buch ist eine Momentaufnahme – dieser Werkzeugkasten bleibt aktuell. Hier finden Sie die Tabellen, Checklisten und Vorlagen zu „Vom Entschluss zum Verkauf“, gepflegt und auf aktuellem Stand.
EBIT-Multiplikatoren nach Branche
Ein EBIT-Multiplikator gibt an, mit welchem Vielfachen des bereinigten Jahresgewinns (vor Zinsen und Steuern) kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland typischerweise bewertet werden. Die folgenden Spannen sind die bewusst konservativen Richtwerte des firmawert.de-Bewertungsmodells für kleine und mittlere Unternehmen (Stand: Juni 2026).
| Branche | EBIT-Multiplikator (Spanne) |
|---|---|
| Handwerk & Bau | 3,0× – 4,5× |
| Dienstleistungen | 3,5× – 5,0× |
| Handel & Onlinehandel | 3,0× – 4,5× |
| Produktion & Industrie | 4,0× – 6,0× |
| IT & Software | 5,0× – 7,5× |
| Gastronomie & Hotellerie | 2,0× – 3,5× |
| Gesundheit & Pflege | 4,0× – 6,0× |
| Andere Branche | 3,0× – 5,0× |
Drei Dinge, die bei dieser Tabelle fast immer falsch laufen: Erstens gilt sie für den bereinigten Gewinn – bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften muss vorher ein marktübliches Geschäftsführergehalt abgezogen werden. Zweitens handeln sehr kleine Unternehmen am unteren Ende der Spanne oder darunter (Größenabschlag). Drittens ist der errechnete Wert nicht der Auszahlungsbetrag: Schulden gehen ab, freie Liquidität kommt hinzu – und den endgültigen Preis bestimmt die Verhandlung, nicht die Tabelle.
Referenzquellen für Markt-Multiples: DUB KMU-Multiples (quartalsweise), NIMBO-Marktdaten (monatlich), FINANCE-Magazin Multiples. Diese Seite wird quartalsweise geprüft und aktualisiert.
Checklisten und Vorlagen
Drei Arbeitsdokumente aus dem Buch – mit Ihrer E-Mail-Adresse direkt hier freischaltbar.
Der Steuer-Spickzettel fürs Steuerberater-Gespräch
Die drei Belohnungen des Gesetzgebers ab 55 – auf einen Blick, zum Mitnehmen in Ihren nächsten Steuerberater-Termin.
Die Unterlagen-Checkliste
Was jeder ernsthafte Käufer sehen will – und was fehlende Unterlagen kosten: Rund die Hälfte der angebahnten Verkäufe platzt an Überraschungen in der Prüfung.
Die Notfallkoffer-Vorlage
Was geregelt sein muss, falls Ihnen morgen etwas zustößt – rund 70 % der Inhaber haben das nicht. Der Abschnitt, den Ehepartner und Kinder dem Inhaber auf den Tisch legen.
Glossar: Die 20 Begriffe vom Verhandlungstisch
Wer diese Begriffe kennt, verhandelt auf Augenhöhe – der Käufer benutzt sie alle.
- Multiplikatorverfahren
- Das Multiplikatorverfahren ist die Bewertungsmethode, mit der am Markt real verhandelt wird: Der bereinigte Jahresgewinn wird mit einem branchenüblichen Faktor (dem Multiple) malgenommen.
- EBIT
- Das EBIT ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern – die gängigste Gewinngröße für die Bewertung kleiner und mittlerer Unternehmen.
- EBITDA
- Das EBITDA ist der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – es liegt über dem EBIT und braucht deshalb andere (niedrigere) Multiplikatoren.
- Bereinigter Gewinn
- Der bereinigte Gewinn ist der Jahresgewinn nach Korrektur um Einmaleffekte, private Ausgaben und ein marktübliches Geschäftsführergehalt – die Zahl, mit der Käufer wirklich rechnen.
- Unternehmerlohn
- Der kalkulatorische Unternehmerlohn ist das marktübliche Gehalt für die Arbeit des Inhabers; bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften muss er vor der Bewertung vom Gewinn abgezogen werden.
- Ertragswertverfahren
- Das Ertragswertverfahren berechnet den Unternehmenswert aus den abgezinsten zukünftigen Erträgen – theoretisch sauber und gerichtsfest, im KMU-Verkauf aber seltener Verhandlungsgrundlage als Multiplikatoren.
- Substanzwert
- Der Substanzwert ist die Summe der Werte aller Vermögensgegenstände abzüglich Schulden – die Untergrenze der Bewertung, nicht der Marktpreis.
- Liquidationswert
- Der Liquidationswert ist der Erlös bei Zerschlagung des Betriebs (Verkauf der Einzelteile abzüglich Abwicklungskosten) – das Vergleichsszenario zur Stilllegung und fast immer der niedrigste aller Werte.
- Unternehmenswert vs. Kaufpreis
- Der errechnete Unternehmenswert ist nicht der Auszahlungsbetrag: Vom Wert gehen Finanzschulden ab, nicht betriebsnotwendige Liquidität kommt hinzu – und der tatsächliche Preis entsteht erst in der Verhandlung.
- Due Diligence
- Die Due Diligence ist die sorgfältige Prüfung des Unternehmens durch den Käufer vor dem Kauf – sie dauert Wochen bis Monate und scheitert am häufigsten an Überraschungen in den Unterlagen.
- LOI (Letter of Intent)
- Der LOI ist eine Absichtserklärung, in der Käufer und Verkäufer die Eckpunkte festhalten, bevor die Detailprüfung beginnt – er bindet rechtlich nur in wenigen Punkten (z. B. Exklusivität, Vertraulichkeit).
- Vertraulichkeitserklärung (NDA)
- Die Vertraulichkeitserklärung verpflichtet Interessenten zur Verschwiegenheit, bevor sie Zahlen und Namen sehen – sie gehört vor jedes Erstgespräch mit Tiefgang.
- Earn-out
- Ein Earn-out ist ein variabler Kaufpreisanteil, der erst bei Erreichen vereinbarter Ziele nach der Übergabe fließt – ein übliches Mittel, um unterschiedliche Preisvorstellungen zu überbrücken.
- Verkäuferdarlehen
- Beim Verkäuferdarlehen lässt der Verkäufer einen Teil des Kaufpreises (typisch 10–20 %) als nachrangiges Darlehen stehen – es erleichtert die Finanzierung des Käufers und signalisiert Vertrauen in den Betrieb.
- Share Deal
- Beim Share Deal werden die Gesellschaftsanteile verkauft (z. B. GmbH-Anteile) – meist die verkäuferfreundliche Variante, bei GmbH-Anteilen notarpflichtig.
- Asset Deal
- Beim Asset Deal werden einzelne Wirtschaftsgüter verkauft (Maschinen, Verträge, Kundenstamm) – käuferfreundlich, weil der Käufer die Kaufpreise neu abschreiben kann.
- Datenraum
- Der Datenraum ist die geordnete (heute meist digitale) Sammlung aller prüfungsrelevanten Unterlagen – wer ihn früh vorbereitet, verkürzt die Due Diligence erheblich.
- Nachfolgebörse
- Eine Nachfolgebörse ist ein Marktplatz für Unternehmensverkäufe – die größte deutsche, nexxt-change.org, wird staatlich getragen und ist für Verkäufer kostenlos und anonym nutzbar.
- MBI / MBO
- Beim MBO übernimmt das eigene Management, beim MBI ein externer Manager, der den Betrieb selbst weiterführen will – beide zahlen meist weniger als strategische Käufer, sichern aber oft die Fortführung im Sinne des Inhabers.
- Working Capital
- Das Working Capital ist das im Tagesgeschäft gebundene Kapital (Forderungen plus Lager minus Verbindlichkeiten) – sein Stand am Übergabetag wirkt eins zu eins auf den Auszahlungsbetrag.
Wie steht Ihre Firma da?
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